Mittwoch, 5. Juni 2013

Gebratene Bohnen

Heute habe ich mich mal an einem traditionellen malaysischen Gericht probiert: Gebratene Bohnen mit Reis.

Rezept:
Zwiebeln und Knoblauch im Wok mit viel! Öl anbraten.
Lange grüne Bohnen ( zerteilt) mit roter Chili dazugeben und braten. Zum Schluss wird das ganze nur noch gesalzen und mit Reis gegessen.

Gebraten oder frittiert wird hier fast jedes Essen. Jeder Haushalt in Malaysia hat mindestens einen drei Liter Kanister mit Palmöl zuhause. Selbst Bananen werden einfach im Wok frittiert. Sicher nicht sehr gesund, aber es schmeckt lecker.

Dienstag, 7. Mai 2013

Wahlen in Malaysia: Unfair gewinnt?


Diesen Sonntag fanden die Generalwahlen für das Parlament statt, welches den Premierminister Malaysias bestimmt. Seit der Unabhängigkeit vor über 50 Jahren war nur die Partei 'Barisan Nasional' (Nationale Front) an der Macht und die Opposition hatte keine Chance. 2008 bei der letzten Wahl hatte es die Opposition fast geschafft an die Regierung zu kommen. Seitdem ist die Unzufriedenheit weiter gestiegen aufgrund von Korruption, unfreien Medien, Skandalen und Unterdrückung von Oppositionsführern. 

Es gab die Chance für Malaysia einen Wechsel zu bewirken und die Regierung hat alles daran gesetzt das zu verhindern. Es wurden Konzerte mit internationalen Künstlern wie PSY (Gangnam Style), LMFAO und Busta Rhymes organisiert um junge Wähler zurückzugewinnen. Außerdem wurde in von Chinesen besiedelten Gebieten "Charity-Veranstaltungen" mit kostenlosem Essen und Bier veranstaltet.

Es gibt Gerüchte, dass Stimmen gekauft wurden und auch dass illegale Einwanderer aus Indonesien mit Ausweisen ausgestattet wurden, um im Gegenzug für die Regierung zu stimmen. Auf den Dörfern haben die meist armen Einwohner keine Chance sich über unabhängige Medien zu informieren und sind so fast gezwungen die Regierung zu wählen. Im den letzten Monaten wurden überraschend auch Buchgutscheine an alle Schüler ausgeben (umg. 50 Euro) und für ältere geringverdienende Gutscheine für neue Smartphones (umg. 75 Euro). Der Wahlkampf ist meiner Meinung nach im Vergleich zu Deutschland deutlich unfairer.

Alle größeren Straßen in Malaysia sahen so aus, wie auf dem Bild unten zu sehen. Die Parteien lieferten sich einen Kampf der Flaggen.


Das offizielle Ergebnis der Wahl ist, dass die Regierungspartei auch die 13. Wahl gewonnen hat. 

Die Opposition möchte das Wahlergebnis aber anfechten und hofft auf einen Erfolg. Betrachtet man die absoluten Stimmen und nicht die Wahlkreise hat die Opposition auch schon einen Erfolg errungen. Selbst beim offiziellen Wahlergebnis steht es 50.87% für Pakatan Rakyat (Oppositionsbündnis) gegenüber 47.38 % für Barisan Nasional*. 

*http://www.malaysiakini.com/news/229350



Freitag, 26. April 2013

Video zum Hari Raya Fest

Auch wenn gerade nicht die Zeit dafür ist und erst Ende Juli in diesem Jahr Hari Raya gefeiert werden soll, zeigt dieses Video malayische Traditionen und Gebräuche rund um das Fest. Sehenswert!

Dienstag, 23. April 2013

Perspektiven ändern sich.

Nach einiger Zeit, die man in einem Land verbringt ändert sich die Perspektive komplett. Anstatt mit den Touristenattraktionen, die schnell uninteressant werden, verbringt man nun Zeit im Kino, auf der Arbeit oder mit neuen Reisen. Man nimmt seine Umgebung anders wahr und versteht warum sich die Menschen komplett anders verhalten und auf andere Dinge Wert legen. Was zuerst schwierig war wird einfach und Gewohnheit.

Ich habe gelernt eine neue Sprache zu sprechen und wie man beim Taxifahren keine Touristenpreise bezahlt. 
Ich habe gelernt, dass man in Asien indirekt statt direkt sein muss, wenn man etwas von jemandem möchte. 
Ich habe gelernt jeden Tag Reis und Nudeln zum Frühstück zu essen.
...

Und ich habe gelernt von außen auf das eigene Land zu blicken und Dinge besser ein- und wertzuschätzen: Eine funktionierende Demokratie, freie Presse, kostenlose Bildung und gesundes Essen gibt es nicht in vielen anderen Ländern.

Bis zuletzt habe ich in Kuala Lumpur ein Zimmer gemietet und alleine gewohnt. Um täglich noch mehr von der Kultur mitzubekommen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern habe ich mich jedoch entschieden in eine Gastfamilie zu wechseln. Dank AFS Malaysia war das alles kein Problem und ich lebe jetzt mit meiner malaysischen Gastfamilie. Ein wenig habe ich mich schon eingelebt, aber es ist doch vieles anders als alleine zu leben. Insgesamt war es aber eine mehr als gute Idee zu wechseln und eine gute neue Erfahrung.

Mai, Juni und Juli sind meine letzten Monate hier bis ich nach Deutschland zurückkehre. Ich werde noch bis Anfang Juli bei AFS arbeiten und dann noch ein wenig durch Malaysia reisen. Im Mai gibt es viel Arbeit, denn der 55. Geburtstag von AFS in Malaysia wird mit einem großen Fest gefeiert und außerdem muss ein Abschiedsdinner für unsere Austauschüler organisiert werden, die im Juni zurück in  ihre Heimatländer fliegen. Eine meiner Hauptaufgaben ist ein Jahrbuch zu gestalten. Ich bin für die Inhalte zuständig und Betty für das Design. Mehr Arbeit als man zuerst denkt: Ich muss knapp 70 Artikel lesen und bearbeiten, Steckbriefe schreiben und allen hinterhertelefonieren, die ihren Artikel noch nicht abgeschickt haben. 

Dienstag, 5. Februar 2013

Thaipusam

Die Männer lassen sich erst den Kopf kahl scheren, dann wird ein Bad im Fluss genommen und uber 200 Stufen Gaben zu einem Tempel auf einen Berg getragen:
Letzte Woche fand in Malaysia und vielen anderen Landern das Thaipusamfest statt. Das Fest wird anlässlich der Freude uber den Sieg von Skanda gegen die Asuras gefeiert. Alles ist Teil einer großen komplexen Legende.




Wahrend des Festes tanzen die Glaubigen den Kavadi-Tanz, der die Starke des Vertrauens in die Gottheit symbolisiert. Es werden Haken und Stabe durch die Haut, Zunge, Lippen oder Nase gestochen. Die Vorbereitung dazu dauert insgesamt 48 Tage, in denen gefastet, gebetet und meditiert wird. Es war gleichermassen faszinierend und merkwürdig zu sehen, wie Menschen in Trance schwere Lasten schleppten und dabei noch Haken durch die Haut gestochen hatten.

Das Fest zu Beginn dieser Fastenzeit hat mich selbst überrascht: Die ganze Nacht wurde im indischen Tempel in meiner Nachbarschaft gefeiert, getanzt und gegessen. Wie bei allen indischen Zeremonien wurde auch diese von sehr lauter Musik begleitet. Als ich zu Bett ging hörte ich die Musik und auch als ich wieder aufwachte.



Zu dem größten Thaipusamfest in Malaysia, bei den Batu-Caves, kommen über eine Millionen Menschen. Gegen Abend sind wir mit einer Gruppe von 15 Austauschschülern von KL Sentral mit dem Zug Richtung Batu Caves aufgebrochen. Der Zug war komplett überfüllt und ein wenig fühlte man sich wie in Indien: Es fehlte nur, dass die Leute auch noch auf dem Zug saßen (aufgrund der Oberleitung der Bahn in Kuala Lumpur nicht möglich ;) ). Bei den Batu Caves gab es dutzende Stände mit verschiedensten indischen Spezialitäten, Blumenketten oder Friseurstände, die für wenig Geld schnell die Haare komplett verschwinden lassen. Unglaublich viele Menschen waren auf einer kleinen Fläche versammelt. Um sich nicht zu verlieren mussten wir uns gegenseitig an den Schultern festhalten. Am Ende hat es trotzdem nichts genützt und wir haben uns später an unserem Treffpunkt wiedergefunden.

Die ganze Nacht haben wir die Feierlichkeiten bei den Batu Caves mitverfolgt und sind den Weg vom Fluss über dutzende Treppen hinauf zum Tempel gegangen.

Erst um 6 Uhr morgens konnten wir den ersten Zug zurück nach Kuala Lumpur nehmen.

Aufgrund der vielen Menschen habe ich darauf verzichtet meine Kamera mitzunehmen, weitere Bilder von Flickr:

flickr.com/photos/beggs/4497769940/ CC 2.0
flickr.com/photos/xiangxi/4324428748/ CC 2.0 by-nc-nd



Freitag, 18. Januar 2013

2013

Das neue Jahr hat angefangen und ich hatte einen guten Start. Dabei habe ich realisiert, dass schon fast die Hälfte meiner Zeit in Malaysia vorbei ist. Das ist einerseits schade, lässt mich aber auch auf die vergangene schöne Zeit zurückblicken.

Durch Glück habe ich einen günstigen Flug nach Tokyo bekommen und war fur 10 Tag über Neujahr mit Freunden in Japan. Andys Gastfamilie (er arbeitet bei AFS Japan) hat uns für die Zeit aufgenommen und wir konnten so in kurzer Zeit viel uber Japan und japanische Kultur lernen und erfahren. In Japan ist das Neujahrsfest sehr wichtig und wird groß gefeiert. Überraschend war fur mich jedoch, dass es kein Feuerwerk gibt: Geknallt wird nur im Sommer.

Einen Tag nach meiner Rückkehr in Kuala Lumpur kamen unsere neuen Austauschschüler fur ein Jahr in Kuala Lumpur an: In der Januar Gruppe gibt es dieses Jahr Austauschschüler aus Thailand, Japan, Frankreich und Deutschland. Ich habe mit geholfen das "Arrival-Camp", also ein Ankunftsseminar vorzubereiten und durchzuführen. Zum Schluss gab es eine große Übergabezeremonie, bei der die Austauschschüler das erste Mal auf ihre Gastfamilie treffen. Der Chairman von AFS Malaysia, welcher in Malaysia sehr berühmt ist, war für die Gastfamilien ein großes Highlight. Dato Date Lokman hielt zuerst eine Rede und brachte dann Gastfamilien und Austauschschüler zusammen.

Seit Ende Dezember habe ich bei AFS noch eine größere Verantwortung übertragen bekommen: Eine Kollegen hat sich für drei Monate Elternzeit genommen und ich darf einen Teil der Vertretung mit übernehmen. Für einige Austauschschüler und ihre AFS Herkunftsländer bin ich jetzt direkter Ansprechpartner.






Donnerstag, 20. Dezember 2012

Camps und Abschiedsdinner

Nudeln mit Chili zum Frühstück. Vor 5 Monaten in Deutschland hätte ich das nie gegessen, hier in Malaysia gewöhnt man sich daran (auch an 3 warme Mahlzeiten pro Tag und Reis zu jedem Essen) .

Ende November und Dezember gehören bei AFS mit zu den stressigsten Monaten. Interviews werden geführt, An- und Abreise für Austauschschüler müssen geplant werden, Seminare organisiert und anschließend das große Abschiedsdinner geplant werden.

Für mich bedeutete das einige Überstunden und Terminstress. Besonders mitgearbeitet habe ich beim "End-of-Stay-Camp", also das letzte Seminar für Austauschschüler in Malaysia. Es wird das Jahr im Ausland reflektiert, die Heimreise geplant und eine Aufführung für das Dinner eingeübt. Es hat Spaß gemacht, mein erstes Seminar zu organisieren und ich habe einige Erfahrungen gesammelt. 

Es ist faszinierend, wie viel Planung für das Protokoll des Abends nötig ist, wenn Botschafter eines Landes eingeladen sind: Der japanische Botschafter ist zum Dinner gekommen um die japanischen Austauschschüler kennenzulernen. Am Ende war das Dinner ein Erfolg und auch eine kleine Kreuzfahrt wurde verlost. Schade war nur, dass niemand von uns Organisatoren Zeit hatte selbst etwas zu essen ;).