Dienstag, 9. Juli 2013

Letzter Arbeitstag.

 Es ist eigentlich eine lange Zeit, aber blickt man auf ein Jahr im Ausland zurück erscheint es plötzlich sehr kurz. Bald werde ich zurück nach Deutschland fliegen und bin mit meiner Arbeit bei AFS Malaysia fertig. Für 11 Monate habe ich als Praktikant im Büro von AFS Malaysia mitgeholfen und mein Bestes gegeben.

Letzte Woche wurde ich zu einem Abschiedsessen eingeladen und habe auf Wiedersehen gesagt. Denn mein Plan ist es einmal wieder zurückzukommen nach Malaysia. Auch für Bettina, die zweite Deutsche Freiwillige war es der letzte Tag bei AFS.
Abschiedsessen mit allen Kollegen
Menükarte mit asisatischen und westlichen Gerichten


Für den letzten Monat habe ich meinen Aufgabenbereich gewechselt: Eine Werbebroschüre komplett neugestalten um in Schulen auf AFS aufmerksam zu machen und eine Übersicht über die Programme zu geben. Hier ist das Cover der Broschüre mit über 20 Seiten:
Überrascht hat mich wieviel Arbeit es ist eine längere Broschüre mit Inhalten und Design komplett neu zu erstellen. Es muss alles doppelt Korrektur gelesen werden und insgesamt habe ich einige Texte mehrfach neu geschrieben. Ich habe dabei eher auf deutsche Weise gearbeitet und sehr viel geplant anstatt einfach draufloszuschreiben, wie es in Malaysia mehr üblich wäre. Glücklicherweise war meine Chefin mit den Texten sehr zufrieden und hat nur wenig korrigiert. Einige Übung hatte ich schon davon Texte der Austauschschüler für das Jahrbuch zu überarbeiten (60 Texte mal 350 Wörter).

Was hat Spaß gemacht?
Spaß gemacht an der Arbeit bei AFS hat mir, Events zu planen und Gastschüler zu betreuen. Fast jeden Tag gab es etwas anderes zu tun. Ich habe an einem Tag viel telefoniert, an einem anderen Tag Hotelangebote angefordert oder einen Zeitplan aufgestellt. Es war glücklicherweise einfach sich zurecht zu finden, da zum Großteil Englisch gesprochen wurde. Andererseits war es für mich auch toll in der IT mitarbeiten zu können und die Migration auf einen neuen Datenspeicher durchzuführen.
Ich konnte Initiative zeigen und habe selbst die Arbeit gefunden die mir liegt. Dankbar angenommen wurde auch, dass ich viele Akten sortiert habe und für alte Technik eine Recyclingfirma gefunden habe.

Was war herausfordernd?
Wenn man gute Arbeit leisten möchte ist es eine Herausforderung sich an die Kultur anzupassen. Man muss seine Position im Büro überdenken und Geduld zeigen, wenn manches länger dauert als es eigentlich sollte. Auch wenn man für ein einziges Formular fast jeden Tag telefoniert, darf man nicht die Geduld verlieren. Probleme werden in Malaysia erst angesprochen wenn sie dringlich werden. Das nimmt einem viel Spannung und erlaubt eine entspannte Arbeitsatmosphäre, ist aber nicht immer produktiv. Man achtet darauf niemanden öffentlich bloßzustellen.

Herausfordernd war mit auch viele Sprachen gleichzeitig zu sprechen: Hautpsächlich Englisch, dann Malay und Deutsch. Teilweise habe ich auch versucht weiter Französisch mit einigen Austauschschülern zu sprechen, aber statt der Französischen Worte sind mir nur die Malay-Gegenstücke eingefallen.

Was habe ich erreicht?
In den 11 Monaten Arbeit hier habe ich viel Arbeitserfahrung gesammelt und konnte immer mehr beisteuern. Als eine Kollegin ihren Schwangerschaftsurlaub für 3 Monate genommen hat, musste ich einen Teil ihrer Arbeit übernehmen. Für einen Freiwilligendienst hatte ich abwechslungsreiche Tätigkeiten und eine große Verantwortung. In den letzten Monaten konnte ich sogar schon neue Mitarbeiter mit ihrer Arbeit vertraut machen.

Meinen Rückflug nach Deutschland habe ich vom 6. Juli auf den 24. Juli verschieben lassen um noch Zeit zum Reisen zu haben. Flüge nach Bali oder Thailand gibt es dank dem Billigflieger AirAsia schon für 20 Euro hin- und zurück! Eine Chance, die man nutzen sollte. Für 4 Tage bin ich noch in Bali und auf dem Rückflug werde ich für 3 Tage Bangkok erkunden. Orte von denen man nie gedacht hätte, das man sie besucht sind plötzlich ganz nahe.




Samstag, 22. Juni 2013

Kelantan. Das Land im Land


Malaysia ist in Staaten (Negeri) unterteilt. Ein bisschen so wie Deutschland mit seinen Bundesstaaten. Es gibt 13 Staaten und 3 Bundesterritorien.

Kelantan ist ein besonderer Staat. In jedem Staat variiert der Dialekt des Malaysischen ein wenig und man kann hören aus welcher Region die Sprecher kommen. In Sabah wird ständig -bah (ausgesprochen wie im Deutschen) an alle Wörter angehängt, obwohl es keine wirkliche Bedeutung hat.
Die Menschen in Kelantan verstehen dabei selbst die Malaysier nicht immer. Es ist fast eine eigene Sprache, "Kelantanese".

In Kelantan wohnen fast nur malayische Muslime. Touristen kommen aus dem Ausland nur wenige und wenn dann geht es gleich weiter auf nahegelegene Inseln. Die Hauptstadt Kota Bharu hat knapp 500.000 Einwohner. Wichtig für die Menschen ist Tradition, Religion, Familie und Vertrauen. Ein Kino gibt es nicht mehr, zu groß war dem König der Einfluss auf die jungen Leute. Dafür ist die Bowlingbahn in der Shoppingmall sehr beliebt.

Nun zum wichtigsten Teil für Malaysia. Das Essen in Kelantan. Berühmtestes Gericht ist Nasi Kerabu, Reis gemischt mit geriebenem Fisch und Kräutern. Es schmeckt sehr salzig und gleichzeitig frisch.
Ungenießbar für uns Ausländer ist leider Budu, eine Fischsoße die aus Anchovis und Salz hergestellt wird. Die Soße wird dann vergoren und zu allen möglichen Gerichten serviert. Sehr beliebt bei Einheimischen konnte ich nicht mehr als eine Löffelspitze davon vertragen.

Gegessen wird natürlich mit der Hand. Als Getränk dazu haben wir "Teh Limau Ais" getrunken. Eistee mit Limette und sehr viel Zucker. Ein Getränk, das man immer und überall bestellt und bekomt.


Mit Jae aus Kota Bharu waren wir außerdem auf der Insel Perhentian, die eines der beliebtesten Tauch und Schnorchelgebiete weltweit ist. Zuerst mit dem Auto und dann mit einem kleinen Boot sind wir ins Paradies gefahren.

Das Wasser ist kristallklar und schon beim Schnorcheln haben wir Schildkröten und Clownfische beobachtet. Eine tote Muschel wurde von einem ganzen Fischschwarm verspeist. Die Wassertemperatur beträgt durchgehend 28°, es wird höchstens zu warm wenn man zulange im Wasser bleibt und nicht zu kalt. Auf der Insel gibt es nicht mehr zu tun als aufstehen, essen, schnorcheln und baden. Viel mehr Entspannung geht nicht.
Markt in Kota Bharu, leider mit Wahlwerbung im Bild

Mit Steffen (Freiwilliger aus Deutschland) lokale Gerichte probieren. Nasi Kerabu und Budu.







Mittwoch, 5. Juni 2013

Gebratene Bohnen

Heute habe ich mich mal an einem traditionellen malaysischen Gericht probiert: Gebratene Bohnen mit Reis.

Rezept:
Zwiebeln und Knoblauch im Wok mit viel! Öl anbraten.
Lange grüne Bohnen ( zerteilt) mit roter Chili dazugeben und braten. Zum Schluss wird das ganze nur noch gesalzen und mit Reis gegessen.

Gebraten oder frittiert wird hier fast jedes Essen. Jeder Haushalt in Malaysia hat mindestens einen drei Liter Kanister mit Palmöl zuhause. Selbst Bananen werden einfach im Wok frittiert. Sicher nicht sehr gesund, aber es schmeckt lecker.

Dienstag, 7. Mai 2013

Wahlen in Malaysia: Unfair gewinnt?


Diesen Sonntag fanden die Generalwahlen für das Parlament statt, welches den Premierminister Malaysias bestimmt. Seit der Unabhängigkeit vor über 50 Jahren war nur die Partei 'Barisan Nasional' (Nationale Front) an der Macht und die Opposition hatte keine Chance. 2008 bei der letzten Wahl hatte es die Opposition fast geschafft an die Regierung zu kommen. Seitdem ist die Unzufriedenheit weiter gestiegen aufgrund von Korruption, unfreien Medien, Skandalen und Unterdrückung von Oppositionsführern. 

Es gab die Chance für Malaysia einen Wechsel zu bewirken und die Regierung hat alles daran gesetzt das zu verhindern. Es wurden Konzerte mit internationalen Künstlern wie PSY (Gangnam Style), LMFAO und Busta Rhymes organisiert um junge Wähler zurückzugewinnen. Außerdem wurde in von Chinesen besiedelten Gebieten "Charity-Veranstaltungen" mit kostenlosem Essen und Bier veranstaltet.

Es gibt Gerüchte, dass Stimmen gekauft wurden und auch dass illegale Einwanderer aus Indonesien mit Ausweisen ausgestattet wurden, um im Gegenzug für die Regierung zu stimmen. Auf den Dörfern haben die meist armen Einwohner keine Chance sich über unabhängige Medien zu informieren und sind so fast gezwungen die Regierung zu wählen. Im den letzten Monaten wurden überraschend auch Buchgutscheine an alle Schüler ausgeben (umg. 50 Euro) und für ältere geringverdienende Gutscheine für neue Smartphones (umg. 75 Euro). Der Wahlkampf ist meiner Meinung nach im Vergleich zu Deutschland deutlich unfairer.

Alle größeren Straßen in Malaysia sahen so aus, wie auf dem Bild unten zu sehen. Die Parteien lieferten sich einen Kampf der Flaggen.


Das offizielle Ergebnis der Wahl ist, dass die Regierungspartei auch die 13. Wahl gewonnen hat. 

Die Opposition möchte das Wahlergebnis aber anfechten und hofft auf einen Erfolg. Betrachtet man die absoluten Stimmen und nicht die Wahlkreise hat die Opposition auch schon einen Erfolg errungen. Selbst beim offiziellen Wahlergebnis steht es 50.87% für Pakatan Rakyat (Oppositionsbündnis) gegenüber 47.38 % für Barisan Nasional*. 

*http://www.malaysiakini.com/news/229350



Freitag, 26. April 2013

Video zum Hari Raya Fest

Auch wenn gerade nicht die Zeit dafür ist und erst Ende Juli in diesem Jahr Hari Raya gefeiert werden soll, zeigt dieses Video malayische Traditionen und Gebräuche rund um das Fest. Sehenswert!

Dienstag, 23. April 2013

Perspektiven ändern sich.

Nach einiger Zeit, die man in einem Land verbringt ändert sich die Perspektive komplett. Anstatt mit den Touristenattraktionen, die schnell uninteressant werden, verbringt man nun Zeit im Kino, auf der Arbeit oder mit neuen Reisen. Man nimmt seine Umgebung anders wahr und versteht warum sich die Menschen komplett anders verhalten und auf andere Dinge Wert legen. Was zuerst schwierig war wird einfach und Gewohnheit.

Ich habe gelernt eine neue Sprache zu sprechen und wie man beim Taxifahren keine Touristenpreise bezahlt. 
Ich habe gelernt, dass man in Asien indirekt statt direkt sein muss, wenn man etwas von jemandem möchte. 
Ich habe gelernt jeden Tag Reis und Nudeln zum Frühstück zu essen.
...

Und ich habe gelernt von außen auf das eigene Land zu blicken und Dinge besser ein- und wertzuschätzen: Eine funktionierende Demokratie, freie Presse, kostenlose Bildung und gesundes Essen gibt es nicht in vielen anderen Ländern.

Bis zuletzt habe ich in Kuala Lumpur ein Zimmer gemietet und alleine gewohnt. Um täglich noch mehr von der Kultur mitzubekommen und meine Sprachkenntnisse zu verbessern habe ich mich jedoch entschieden in eine Gastfamilie zu wechseln. Dank AFS Malaysia war das alles kein Problem und ich lebe jetzt mit meiner malaysischen Gastfamilie. Ein wenig habe ich mich schon eingelebt, aber es ist doch vieles anders als alleine zu leben. Insgesamt war es aber eine mehr als gute Idee zu wechseln und eine gute neue Erfahrung.

Mai, Juni und Juli sind meine letzten Monate hier bis ich nach Deutschland zurückkehre. Ich werde noch bis Anfang Juli bei AFS arbeiten und dann noch ein wenig durch Malaysia reisen. Im Mai gibt es viel Arbeit, denn der 55. Geburtstag von AFS in Malaysia wird mit einem großen Fest gefeiert und außerdem muss ein Abschiedsdinner für unsere Austauschüler organisiert werden, die im Juni zurück in  ihre Heimatländer fliegen. Eine meiner Hauptaufgaben ist ein Jahrbuch zu gestalten. Ich bin für die Inhalte zuständig und Betty für das Design. Mehr Arbeit als man zuerst denkt: Ich muss knapp 70 Artikel lesen und bearbeiten, Steckbriefe schreiben und allen hinterhertelefonieren, die ihren Artikel noch nicht abgeschickt haben. 

Dienstag, 5. Februar 2013

Thaipusam

Die Männer lassen sich erst den Kopf kahl scheren, dann wird ein Bad im Fluss genommen und uber 200 Stufen Gaben zu einem Tempel auf einen Berg getragen:
Letzte Woche fand in Malaysia und vielen anderen Landern das Thaipusamfest statt. Das Fest wird anlässlich der Freude uber den Sieg von Skanda gegen die Asuras gefeiert. Alles ist Teil einer großen komplexen Legende.




Wahrend des Festes tanzen die Glaubigen den Kavadi-Tanz, der die Starke des Vertrauens in die Gottheit symbolisiert. Es werden Haken und Stabe durch die Haut, Zunge, Lippen oder Nase gestochen. Die Vorbereitung dazu dauert insgesamt 48 Tage, in denen gefastet, gebetet und meditiert wird. Es war gleichermassen faszinierend und merkwürdig zu sehen, wie Menschen in Trance schwere Lasten schleppten und dabei noch Haken durch die Haut gestochen hatten.

Das Fest zu Beginn dieser Fastenzeit hat mich selbst überrascht: Die ganze Nacht wurde im indischen Tempel in meiner Nachbarschaft gefeiert, getanzt und gegessen. Wie bei allen indischen Zeremonien wurde auch diese von sehr lauter Musik begleitet. Als ich zu Bett ging hörte ich die Musik und auch als ich wieder aufwachte.



Zu dem größten Thaipusamfest in Malaysia, bei den Batu-Caves, kommen über eine Millionen Menschen. Gegen Abend sind wir mit einer Gruppe von 15 Austauschschülern von KL Sentral mit dem Zug Richtung Batu Caves aufgebrochen. Der Zug war komplett überfüllt und ein wenig fühlte man sich wie in Indien: Es fehlte nur, dass die Leute auch noch auf dem Zug saßen (aufgrund der Oberleitung der Bahn in Kuala Lumpur nicht möglich ;) ). Bei den Batu Caves gab es dutzende Stände mit verschiedensten indischen Spezialitäten, Blumenketten oder Friseurstände, die für wenig Geld schnell die Haare komplett verschwinden lassen. Unglaublich viele Menschen waren auf einer kleinen Fläche versammelt. Um sich nicht zu verlieren mussten wir uns gegenseitig an den Schultern festhalten. Am Ende hat es trotzdem nichts genützt und wir haben uns später an unserem Treffpunkt wiedergefunden.

Die ganze Nacht haben wir die Feierlichkeiten bei den Batu Caves mitverfolgt und sind den Weg vom Fluss über dutzende Treppen hinauf zum Tempel gegangen.

Erst um 6 Uhr morgens konnten wir den ersten Zug zurück nach Kuala Lumpur nehmen.

Aufgrund der vielen Menschen habe ich darauf verzichtet meine Kamera mitzunehmen, weitere Bilder von Flickr:

flickr.com/photos/beggs/4497769940/ CC 2.0
flickr.com/photos/xiangxi/4324428748/ CC 2.0 by-nc-nd



Freitag, 18. Januar 2013

2013

Das neue Jahr hat angefangen und ich hatte einen guten Start. Dabei habe ich realisiert, dass schon fast die Hälfte meiner Zeit in Malaysia vorbei ist. Das ist einerseits schade, lässt mich aber auch auf die vergangene schöne Zeit zurückblicken.

Durch Glück habe ich einen günstigen Flug nach Tokyo bekommen und war fur 10 Tag über Neujahr mit Freunden in Japan. Andys Gastfamilie (er arbeitet bei AFS Japan) hat uns für die Zeit aufgenommen und wir konnten so in kurzer Zeit viel uber Japan und japanische Kultur lernen und erfahren. In Japan ist das Neujahrsfest sehr wichtig und wird groß gefeiert. Überraschend war fur mich jedoch, dass es kein Feuerwerk gibt: Geknallt wird nur im Sommer.

Einen Tag nach meiner Rückkehr in Kuala Lumpur kamen unsere neuen Austauschschüler fur ein Jahr in Kuala Lumpur an: In der Januar Gruppe gibt es dieses Jahr Austauschschüler aus Thailand, Japan, Frankreich und Deutschland. Ich habe mit geholfen das "Arrival-Camp", also ein Ankunftsseminar vorzubereiten und durchzuführen. Zum Schluss gab es eine große Übergabezeremonie, bei der die Austauschschüler das erste Mal auf ihre Gastfamilie treffen. Der Chairman von AFS Malaysia, welcher in Malaysia sehr berühmt ist, war für die Gastfamilien ein großes Highlight. Dato Date Lokman hielt zuerst eine Rede und brachte dann Gastfamilien und Austauschschüler zusammen.

Seit Ende Dezember habe ich bei AFS noch eine größere Verantwortung übertragen bekommen: Eine Kollegen hat sich für drei Monate Elternzeit genommen und ich darf einen Teil der Vertretung mit übernehmen. Für einige Austauschschüler und ihre AFS Herkunftsländer bin ich jetzt direkter Ansprechpartner.






Donnerstag, 20. Dezember 2012

Camps und Abschiedsdinner

Nudeln mit Chili zum Frühstück. Vor 5 Monaten in Deutschland hätte ich das nie gegessen, hier in Malaysia gewöhnt man sich daran (auch an 3 warme Mahlzeiten pro Tag und Reis zu jedem Essen) .

Ende November und Dezember gehören bei AFS mit zu den stressigsten Monaten. Interviews werden geführt, An- und Abreise für Austauschschüler müssen geplant werden, Seminare organisiert und anschließend das große Abschiedsdinner geplant werden.

Für mich bedeutete das einige Überstunden und Terminstress. Besonders mitgearbeitet habe ich beim "End-of-Stay-Camp", also das letzte Seminar für Austauschschüler in Malaysia. Es wird das Jahr im Ausland reflektiert, die Heimreise geplant und eine Aufführung für das Dinner eingeübt. Es hat Spaß gemacht, mein erstes Seminar zu organisieren und ich habe einige Erfahrungen gesammelt. 

Es ist faszinierend, wie viel Planung für das Protokoll des Abends nötig ist, wenn Botschafter eines Landes eingeladen sind: Der japanische Botschafter ist zum Dinner gekommen um die japanischen Austauschschüler kennenzulernen. Am Ende war das Dinner ein Erfolg und auch eine kleine Kreuzfahrt wurde verlost. Schade war nur, dass niemand von uns Organisatoren Zeit hatte selbst etwas zu essen ;). 

Montag, 26. November 2012

Deepavali: Fest der Lichter

Malaysia soll eines der Länder mit den meisten Feiertagen sein: Die Feiertage von drei Kulturen und Ländern werden kombiniert und das ganze Land hat frei.

Vom 12-16. November wurden ich  und ein französischer Austauschschüler für eine Woche von einer indischen Familie eingeladen Deepavali zu feiern. Deepavali ist ein Fest des Hinduismus das für mehrere Anlässe gefeiert wird. Die gesamte Geschichte ist sehr kompliziert und ich konnte nicht alles verstehen. Ein Grund für das Fest ist jedoch die Rückkehr von Rama ( einem der Götter) aus dem Dschungel, wo er für über ein Jahrzehnt gelebt hat. Dazu wurden laut Überlieferung eine Reihe von Lichtern angezündet und es gibt ein großes Fest.

In Indien dauert Deepavali eine ganze Woche, in Malaysia gibt es nur 2 freie Tage. 

Am ersten Tag haben wir mitgeholfen das Haus aufzuräumen und alles für Gäste herzurichten. Man besucht Freunde und Familie die ganze Woche über und es gibt in jedem Haus traditionelle Snacks, Curry, Chapati oder auch Chutney. 

Eine besondere Erfahrung war es am Mittwoch einen indischen Tempel zu besuchen. Alles ist laut und bunt. Die Lautstärke ist Absicht: Alle sollen sich auf den Gottesdienst konzentrieren und nicht miteinander reden können.

Am Donnerstag gab es ein großes "offenes Haus", welches zu fast jedem malaysischen Feiertag dazugehört. Man bereitet Essen vor und lädt jeden ein zu kommen. 

Außerdem haben wir einen indischen Film im Kino angesehen: Thuppaki ("Pistole"). Eine indischen Actionfilm auf Tamil. Zum Glück gab es englische Untertitel. 
Der Film war fast genauso wie man sich indische Filme vorstellt. Viele Lieder und große Tanzshows.
Neu für mich war , dass es in Indien neben dem bekannten "Bollywood" (Hindi) auch noch Kollywood (Tamil),  Tollywood (Bengali) und weitere gibt. 



Freitag, 9. November 2012

Cendol: Eiskaltes Dessert

Freitags ist die Mittagspause länger (1,5 Stunden statt einer halben Stunde) und wir gehen meistens zusammen mit dem ganzen Büro essen. Zum Dessert gab es heute Cendol, ein eiskalter und leckerer Nachtisch. 
Crusheis wird in Kokusnussmilch und mit süßen Reisnudeln (gefärbt mit Pandan Blättern) serviert. Außerdem wird Palmzucker zugegeben und manchmal rote Bohnen. Besonders bei der Hitze draußen ist es sehr erfrischen und auch nicht teuer: Eine Portion kostet umgerechnet 30 cent.






Cendol wird auf der Straße von Wagen wie diesen verkauft. Ein Wagen verkauft das Hauptgericht und der Wagen das Dessert und die Getränke.

Fotos von:
flickr.com/photos/71284893@N00/5848806269/ CC BY-NC 2.0 Boo_licious
flickr.com/photos/goosmurf/2133261544/ CC BY 2.0 goosmurf

Sonntag, 28. Oktober 2012

Hari Raya Haji

Die Schlachtung der Kühe (Ausschnitt des Bildes)
Diesen Freitag wurde Hari Raya Haji (islamisches Opferfest), eines der wichtigsten Feste des islamischen Glaubens gefeiert. Ich und Bettina wurden dafür von einer Arbeitskollegin eingeladen, mit ihrer Familie und ihrer Gemeinde zu feiern. Statt am Feiertag auszuschlafen bin ich deswegen um 9 Uhr morgens mit dem Taxi in ihren Stadtteil gefahren. (Der Taxifahrer musste erst fünf verschiedene Leute nach dem Weg fragen, Navigationssysteme werden in Malaysia einfach nicht benutzt.)

Das Opferfest wird gefeiert um dem Propheten Ibrahim zu danken, der bereit war für Allah selbst seinen eigenen Sohn zu opfern. Allah jedoch hielt ihn auf, als er seine Bereitschaft und das Gottvertrauen sah. Ibrahim opferte darauf aus Dankbarkeit einen Widder. (Diese Geschichte gibt es als Opferung Isaaks übrigens auch in der Bibel!)

Es ist deswegen für alle Muslime Pflicht an diesem Tag um Dankbarkeit zu zeigen ein Tier zu opfern. Das Fest findet jedes Jahr an einem anderen Tag statt und fällt auf den Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka. 

Der Feiertag begann mit dem Treffen der Gemeinde in der Moschee: Es wird zusammen gebetet. Danach beginnt die Schlachtung der Tiere. Bei uns wurden drei Kühe geschlachtet, die die Gemeinde zusammen gekauft hat. Die Schlachtung fand draußen im Garten der Moschee statt, einige Männer halten die Kuh und einer führt das Messer. Dabei muss der Name Gottes gerufen werden. Das Tier soll so wenig wie möglich leiden.

Besonders für uns war es eine neue Erfahrung, zu sehen, wie ein Tier für  Fleisch geopfert wird. Komplett anders, als ganz ohne Gedanken Fleisch im Supermarkt zu kaufen. Man bekommt ein Gefühl für den wirklichen Wert und nicht den Preis: Man lernt dankbar zu sein. 

Nach der Schlachtung wurde zusammen Gemüse und Fleisch zerteilt um Suppe und "Rendang" zu kochen. Die Männer kümmerten sich um das Fleisch, die Frauen schnitten Gemüse und kochten Reis. Nachmittags wird dann zusammen gegessen, Tee getrunken und sich unterhalten. 

Später im Haus der Familie haben wir uns auf dem Sofa ausgeruht, zusammen einen Film im Fernsehen geschaut und weiter gegessen. Beim Opferfest hat man Dank des Feiertags die Chance mit der ganzen Familie zusammenzukommen.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Oktober(fest)

Wo immer man gerade in Kuala Lumpur hingeht, läuft einem das deutsche Oktoberfest über den Weg. Im Supermarkt wird malaysisches Bier mit "Oktoberfest 2012" beworben und auf dem Parkplatz des Einkaufszentrum steht dann tatsächlich ein großes Zelt mit einer deutschen Band. Als jemand der aus dem Norden Deutschlands kommt, erscheint es mir, als würde das Oktoberfest hier mehr gefeiert als zuhause.

Nun aber zurück zum Oktober an sich.

Trip nach Singapur
Anfang Oktober habe ich mit einem Freiwilligen aus Kuala Lumpur Austauschschüler nach Singapur begleitet. Ich musste den Bus buchen, Essen kaufen, einige Sehenswürdigkeiten aussuchen und aufpassen das niemand Kaugummi mitnimmt, dass ist nämlich verboten in Singapur. Schwierig war es besonders im Budget zu bleiben, Singapur ist im Vergleich zu Malaysia sehr teuer.


Im Hintergrund hier ist der "Merlion", das Wahrzeichen von Singapur zu sehen. Es ist ein Fischkörper kombiniert mit einem Löwenkopf. Singapur heißt übersetzt von Malay "Löwenstadt" und der Fischkörper weist auf den Ursprung Singapurs als Fischerdorf hin. Die Statue ist insgesamt 8.6 Meter hoch.

Beeindruckend an Singapur sind besonders die vielen Hochhäuser, aber auch Chinatown und Little India waren schön anzusehen und sehr authentisch.

Orientierungsseminar
Dieses Wochenende wurden alle deutschen Freiwilligen nach Kuala Lumpur zu einem Orientierungsseminar eingeladen, auf dem Probleme besprochen und Eindrücke ausgewertet wurden.

Im Büro
Das Jahr der Austauschschüler, die im Januar in Malaysia angekommen sind, ist bald vorbei. Damit alle eine Erinnerung mitnehmen können, gestalten wir im Moment ein Jahrbuch mit Texten und Fotos von allen Beteiligten. Besonders zeitaufwendig ist dabei die Bearbeitung der Texte. Ich musste Rechtschreibfehler ausbessern, den Satzbau anpassen oder zu lange Texte kürzen, ohne dass der Sinn verloren geht. Nächste Woche kommt das Jahrbuch dann in den Druck, um rechtzeitig für den letzten Abend fertig zu sein.
Auch dieser muss natürlich geplant werden: Alle Gastfamilien und die Austauschschüler werden eingeladen. Insgesamt kommen so mehr als 100 Gäste zusammen. Zuerst muss der richtige Veranstaltungsort gefunden werden, aber auch das Programm des Abends und das Essen sind natürlich wichtig.

Leider gehören zu meiner Arbeit auch weniger schöne Aufgaben, wie zum Beispiel Ablehnungsbriefe versenden. Viele Schüler in Malaysia bewerben sich jedes Jahr auf die Stipendien bei AFS. Die Bewerberzahl liegt dabei deutlich höher als die der vorhandenen Plätze und viele Kandidaten müssen deswegen abgelehnt werden. An all die abgelehnten Schüler musste ich Briefe schreiben, dass AFS ihnen leider keinen Platz für dieses Jahr anbieten kann.


Montag, 1. Oktober 2012

Du weißt, dass du in Malaysia bist, wenn...


… du 100 Meter zum Nachbarhaus mit dem Motoroller fährst
… du 2-3 Mal am Tag duscht, weil du so verschwitzt bist.
… du fast jeden Tag Essen gehst, weil essen gehen so günstig ist.
… du beim über die Straße gehen nach rechts und nicht nach links gucken musst
… die Bahnen keinen Fahrer haben.
… du für Schokolade und Bier aufgrund der Steuern das Dreifache bezahlst
… du dich nicht über die Eidechse wunderst, die deine Zimmerwand hochklettert.
… du nicht weißt wann der Bus fährt, sondern dich einfach an die Haltestelle setzt und wartest
… jeder bei Verabredungen eine halbe Stunde zu spät kommt.
… du mit langer Hose und langärmligem Hemd bei 30° draußen bist.
… in (fast) jedes Gericht getrocknete Anchovis sind.
… du zum Frühstück Reis mit Fleisch isst.
… nach 23:30 nur noch mit dem Taxi nach Hause kommst.
… es im Supermarkt Reis nur in fünf oder zehn Kilogramm Packungen gibt
… die Geschäfte trotz fehlender Jahreszeiten Sommerschlussverkauf haben
… du in malaysischen Restaurant das Essen mit der rechten Hand isst.

...

Montag, 24. September 2012

Cheese Naan


Naan sind ein sehr bekanntes und beliebtes Gericht in Malaysia. Es ist eine Art gebackener Fladen, die einem Pizzaboden ähnelt. Bestellt werden kann Naan in verschiedenen Sorten wie z.B. Käse oder Knoblauch. Serviert wird dann auf einem Teller mit mehreren kleinen Beilagen: Verschiedene Sorten Curry, Sambal oder auch Bohnen. Naan kommen aus Südostasien, sind aber inzwischen auch weltweit bekannt. Besonders in indischen Restaurants werden Naan angeboten.

Hier habe ich auch ein Rezept gefunden: http://www.wikihow.com/Make-Cheese-Stuffed-Naan
Am schwierigsten ist es aber wohl die verschiedenen Beilagen zuzubereiten! ;)

Donnerstag, 20. September 2012

Putrajaya: Auf in die Regierungsstadt!

Vor der National Mosque in Putrajaya
Wir stehen auf der Hauptstraße einer 70.000 Einwohnerstadt, es ist Montag 12 Uhr und alle 2 Minuten fährt ein Bus an uns vorbei. Trotzdem ist weit und breit kein Mensch auf der Straße zu sehen. Zusammen mit Betty bin ich nach Putrajaya, in die Regierungsstadt Malaysias gefahren. Hier befinden sich die meisten Ministerien und die Regierung.

Nach einigen verlorenen Minuten schlossen wir eine Wette ab: Wer den ersten Fußgänger findet hat gewonnen! Woran es lag, dass praktisch niemand in der Stadt herumlief? Höchstwahrscheinlich weil fast alle Regierungsmitarbeiter wegen des Malaysia Days freihatten. 

In der Nähe der National Mosque trafen wir dann doch noch auf viele Schulklassen und Touristen. Da niemand in Malaysia gerne läuft haben alle den direkten Bus zur Hauptsehenswürdigkeit genommen. Auch die vielen Parks mit dutzenden Bänken waren eher verwaist, obwohl alles sehr einladend war.

Putrajaya Boulevard. Ganz am Ende das Convention Center
Eindrucksvoll ist in Putrajaya besonders die Architektur, die für ein einheitliches Stadtbild sorgt. Mit dem Bau von Putrajaya wurde 1990 begonnen. Fertig ist bisher aber noch nicht alles. Zum Beispiel die geplante U-Bahn wird wohl nicht in den nächsten 4 Jahren fertig werden. Die Busverbindungen sinda dafür besonders im Vergleich zu Kuala Lumpur super. Während es in Kuala Lumpur keine Abfahrtszeiten für Busse gibt und die Stationen selten Namen haben, ist hier alles geplantl

Eine der acht Brücken der Stadt.





Vom Putrajaya Convention Center, dass auf einer Anhöhe liegt, hatte man den besten Blick über die Stadt. Da die Türen des Convention Centers offen waren sind wir einfach hineingegangen um, auf die noch höher gelegene Aussichtsplattform zu kommen. Wir wurden jedoch nach einiger Zeit vom Sicherheitspersonal herausgebeten, da wir mit kurzen Hosen, T-Shirts und Flip-Flops doch zu sehr aufgefallen sind.


Zum Schluss waren wir noch im Einkaufscenter von Putrajaya essen. Für mich gab es Spinatnudeln mit Hühnchen, Suppe, Eis und chinesischen Tee.

Ab dieser Woche werde ich viele kleinen Beiträge zu jeweils einem malaysischen Gericht, tropischen Früchten oder Getränken posten. Den Anfang mache ich am Sonntag mit einem indischen Gericht

Betty und ich vor dem Regierungssitz

National Mosque
Ein kleines Ratespiel zum Schluss: Wie viele Flaggen sind auf diesem Bild?
(Merdeka heißt übrigens Freiheit. Die Fahnen wurden zum Unabhängigkeitstag aufgehängt.)



Viele Grüße aus Malaysia :)


Samstag, 15. September 2012

Einkaufen in Malaysia

Gerade war ich in einem großen Supermarkt einkaufen: Da ich ein Zimmer gemietet habe und nicht bei einer Familie lebe, muss ich öfters auch selbst kochen. Das hört sich einfacher an als es hier ist, statt einfach zu einem Discounter zu gehen sind hier riesige Supermärkte sehr beliebt. Die Auswahl ist riesig und die Produktauswahl komplett anders im Vergleich zu Deutschland. Es gibt keine große Brotabteilung und nach echtem Käse (es gibt nur Schmelzkäse) kann man lange suchen.

Das Reisregal ist dafür riesig und es gibt dutzende verschiedene Sorten Duft-, Basmati-, Thai und Langkornreis. Gekauft wird in 10kg oder 20kg Größen! 


Groß ist auch die Auswahl an getrocknetem Fisch, verschiedenen Knollen, Gemüse, Chilis und Sojasaucen. Während man in Deutschland für 3 Chilischoten teilweise 2 € bezahlt, konnte ich hier nicht weniger als 70g/0,12€ auf einmal kaufen (dürfte mindestens für 3 Monate reichen). 

Alle Produkte im Supermarkt sind "halal", dass heißt sie sind für Muslime erlaubt. Schweinefleisch und Alkohol gibt es nur in einer extra Abteilung. Diese ist vom normalen Supermarkt abgetrennt und mit roten Schildern gekennzeichnet. 

Einige Supermärkte (Ketten aus Großbritannien) wie Cold Storage oder Village Grocer haben jedoch auch Produkte wie Haribo (Gelatine) oder alkoholische Getränke im normalen Sortiment. Hier kaufen hauptsächlich Ausländer oder Chinesen ein. 

Bisher nur in einem Supermarkt gefunden, aber es gibt auch Schwarzbrot :) (2,50€)


Dienstag, 11. September 2012

Arbeitsalltag: Anhalten, Fahren, Anhalten...

Anhalten, Fahren, Anhalten... 


So sieht ungefähr mein Weg zur Arbeit aus, für eine Strecke von 7km braucht der Bus über eine halbe Stunde. Trotz 4 Spuren kommt es jeden Morgen in Richtung City Kuala Lumpur zum Traffic Jam (Stau).  Jede freie Lücke wird innerhalb von Sekunden von Motorrädern gefüllt. Ein Wunder, dass es dabei nicht zu viel mehr Unfällen kommt. Die Rush Hour in Husum mit 25.000 Einwohnern sieht anders aus.

Um um 9 Uhr pünktlich bei der Arbeit anzukommen muss ich um 8 Uhr aus dem Haus sein. Einmal pro Woche gibt es dann ein Abteilungsmeeting, damit alle den Überblick behalten können und informiert sind.

Ich unterstütze hauptsächlich das Hosting (Gastschüler aus dem Ausland in Malaysia). Meine Aufgaben wechseln je nach Jahreszeit. Es müssen Bewerbungen gelesen und zusammengefasst werden, Logistik organisiert, Visabestimmungen eingehalten und Probleme gelöst werden.

Es gibt verschiedenste Austauschprogramme, die sich über einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu einem Jahr erstrecken. Für die Jahres- und Halbjahresprogramme kommen Gastschüler im Januar oder Juli nach Malaysia. 

Insgesamt 3 Camps mit Seminaren gibt es in dieser Zeit. Dabei muss nicht nur das Programm organisiert werden, sondern auch für die Logistik der Gastschüler, die aus dem ganzen Land zum Seminar fahren bzw. gebracht werden müssen.

Wichtig ist auch die Kommunikation mit AFS im Heimatland der Gastschüler, die Mitarbeiter vor Ort müssen informiert sein, wenn es Fragen der Eltern während des Austauschjahres gibt.

Mit insgesamt 15 Mitarbeitern übernimmt das AFS Büro in Kuala Lumpur die Koordination, der einzelnen AFS Regionsgruppen. Die Regionsgruppen übernehmen die Kommunikation mit den Gastfamilien und sind der erste Ansprechpartner für die Schüler.

Mir gefällt die Arbeit sehr gut und ich konnte mich auch schnell eingewöhnen: Zum Glück ist die Sprache im Büro Englisch und nicht Malay. Auch die meisten Telefonanrufe gehen in Englisch ein, für mich ist es deswegen einfach viele Aufgaben zu übernehmen: Nur das Englisch der Inder ist am Telefon manchmal schwer zu verstehen. Spaß macht mir gerade besonders ein Video für ein Abschiedscamp zu erstellen.

Dienstag, 28. August 2012

Hari Raya, sowas wie Weihnachten auf Malaysisch

Vor einer Woche bin ich nach Perlis aufgebrochen, dem südlichsten Staat von Malaysia. Perlis liegt direkt an der Grenze zu Thailand und ist der kleinste Staat von Malaysia.

 
Hier durfte ich einen der wichtigsten islamischen Feiertage mitfeiern: Hari Raya Aidilfitri. In Deutschland ist das Ganze als Ramadanfest bekannt. Nach dem Ramadan, dem Fastenmonat im islamischen Kalender, wird an diesem Tag groß gefeiert.

Die meisten Menschen fahren für die Feiertage zu ihren Heimatdörfern auf dem Land, um mit ihrer Familie zu feiern. Dort wünscht man sich mit "Selamat Hari Raya" einen guten Feiertag und besucht zusammen Nachbarn und Freunde. In jedem Haus gibt es Süßigkeiten, Kekse und Spezialitäten wie lemang (Reis mit Kokusmilch) oder Rendang (eine Art Curry) für die Gäste.

Nach mehr als 3 besuchten Häusern war ich mehr als satt, aber dennoch ging es weiter und in jedem Haus wurde mir weiteres Essen angeboten. Danach wird zusammen ein Foto als Erinnerung gemacht.

Natur in Perlis

Hügel an der Grenze zu Thailand

Einladung zum Mittagessen beim König von Perlis

typische Auswahl von Snacks für Hari Raya

Die Kleidung ist die "Baju Malayu" eine traditionelle Tracht, die zu besonderen Anlässen getragen wird. Für Hari Raya hat meine Gastfamilie mir eine ausgeliehen.

Beim Besuch eines der Nachbarhäuser.






Mittwoch, 15. August 2012

Lass die Affen nicht deine Flasche stehlen!

Bei den Batu Caves: noch 272 Stufen!
Meine erste Woche in Malaysia ist vorbei und auch meine Arbeit hat inzwischen angefangen. Langsam gewöhnt man sich auch an das Klima, es ist jeden Tag etwa gleich warm. Tagsüber liegen die Temperaturen zwischen 27° und 32° , Nachts sinken sie auf 25°. Wenn es regnet ist es etwas kühler, das habe ich bisher aber nur einmal mitbekommen.

Am Mittwoch war ich mit einem Freund bei "The Dark Knight" im Kino: Filme sind hier auf Englisch mit malaysischem und chinesischem Untertitel. Kein Problem also :). Mit umgerechnet 2,36€ kann man hier auch etwas öfter ins Kino gehen als in Deutschland.

Mein erster Arbeitstag war am Donnerstag. Insgesamt 15 Leute arbeiten auf 2 Etagen im AFS Büro für Malaysia. Hier wird die Koordination der Chapter (Das Land ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt) übernommen: Also die Platzierung von Gastschülern, Annahme von Bewerbung, Werbung und die Organisation von Camps. Ich bin für ein Jahr im Bereich Hosting, also in der Betreuung von Gastschülern vor Ort eingesetzt.

In den ersten Tagen durfte ich mich bei der Visa-Beantragung helfen. Gestern musste ich auch Anrufe entgegen nehmen, was in einer fremden Sprache natürlich schwieriger ist als auf Deutsch. Zum Glück sind die Meisten Anrufe auf Englisch und nicht auf Malay.



Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Kuala Lumpur habe ich am Wochenende besucht: Die Batu Caves.

Die Batu Caves sind eindrucksvolle Höhlen etwas außerhalb der Stadt. Insgesamt 272 Stufen müssen vor erreichen der Höhle überwunden werden (siehe Fotos). Bei der Hitze ist das gar nicht mal so einfach. In den Batu Caves gibt es dutzende Affen, die versuchen den Besuchern Essen und Getränke zu klauen. Vor dem Besuch bekam ich deswegen den Hinweis, die Affen nicht meine Flasche stehlen zu lassen. In und vor den Höhlen befinden sich mehrere indische Tempel und Statuen. Besonders viele Besucher gibt es zum Diwali-Fest.

Auf dem Rückweg ist die Monorailbahn der Stadt einfach auf der Strecke stehen geblieben und 180 Menschen mussten mit einer Feuerwehrleiter befreit werden. Deswegen musste ich nach den 272 Stufen noch über 2km zurück laufen: Anstrengend!

Indische Statue



Zwischenstopp auf der Hälfte der Stufen: Batu Caves

Einer der dutzenden Affen

Zugabteil nur für Frauen. Außerdem verboten im ganzen Zug: Trinken, Essen,  Küssen